sopra-Seminar “Schwimmbadbau” Teil 9.3: Schwimmhallen Entfeuchtung/Klimatisierung

Warum muss eine Schwimmhalle klimatisiert werden?

Durch die Verdunstung des Wassers steigt die Luftfeuchtigkeit in der Schwimmhalle. Schnell entsteht ein unangenehmes Klima und die Grenze bei der man sich ohne Belastung für den Organismus aufhalten kann (Schwülegrenze), wird überschritten.

Luftqualität
Geruchsstoffe, welche von der Wasseroberfläche an die Raumluft abgegeben werden, beeinträchtigen ebenfalls das Wohlbefinden und belasten den Organismus.

Schutz der Bausubstanz
Neben dem gesundheitlichen Aspekt ist bei der Planung von Schwimmhallen die Auswirkung der Luftfeuchtigkeit auf die Bausubstanz zu beachten. Der in der Luft gebundene Wasserdampf diffundiert durch Putz und Mauerwerk und kondensiert bei unterschreiten der Taupunkttemperatur in der Außenwand, was zu erheblichen Bauschäden führt. Neben baulichen Maßnahmen – wie das Anbringen einer Dampfsperre und einer guten Wärmedämmung – ist daher ein geregeltes Hallenklima unumgänglich.

Luftaufbereitung
Egal ob im eigenen Hallenbad, im Hotelbad oder in öffentlichen Bädern und Wellness-Bereichen, um sich rundum Wohlfühlen zu können, muss nicht nur das Wasser angenehm temperiert und aufbereitet sein, auch das Raumklima ist entscheidend. Der Einsatz einer geeigneten Klima- und Entfeuchtungsanlage ist daher zwingend erforderlich. Für die Klimatisierung stehen eine Vielzahl von Geräten und Systemen zur Auswahl. Welches für den jeweiligen Anwendungsfall am besten geeignet ist, hängt im Wesentlichen von folgenden Faktoren ab:

1. Verdunstete Wassermenge
Diese ist wiederum abhäng von:
• Beckengröße
• Wassertemperatur
• Nutzungsart und -dauer

2. Bauliche Gegebenheiten
• Raumgröße
• Glasflächen
• Bausubstanz (transmissionswärmebedarf)
• Platzbedarf

3. Wirtschaftlichkeit
• Erstellungskosten
• Laufende kosten (Energieeffizienz)
• Amortisation

4. Individuelle Ansprüche des Nutzers bzw. Betreibers
• Optik
• geräuschkulisse
• Luftqualität
• Behaglichkeit (Luftverteilung, temperaturregelung)

5. Energieversorgung
• Öl/gas
• Wärmepumpe
• BHkW

Auf der zweiten Seite wird die 9.3.1 Planung näher erklärt.