sopra Magazin 12

TECHNIK & ENERGIEEFFIZIENZ 3) Energie speichern Um die Wärme im Becken zu speichern, gehört eine Poolabdeckung auf jeden Pool. Sie verringert die Abkühlung des Wassers und reduziert so den Energiebedarf bei Wiedererwärmung um bis zu 80 %. Das liegt daran, dass die Abdeckung den größten Wärmekiller, nämlich die Verdunstung, auf ein Minimum eindämmt. Abdeckungen sind die erste und wichtigste Maß- nahme für einen energiesparenden Poolbetrieb. Sie schützen außerdem das Wasser vor Verschmutzung und somit den Verbrauch von Wasserpflege- mitteln. Darüber hinaus gibt es Abdeckungssysteme, die auch Energieerzeuger sind. Denn sie verfügen über Solarpaneele, die Wärme aufnehmen und an das Poolwasser abgeben. Damit ist es möglich, das Wasser über die Badesaison hinweg ganz ohne weiteres Zuheizen und ohne fossile Brennstoffe auf angenehme Badetemperaturen zu halten. Neben der Abdeckung hat auch zum Erdreich hin sowie die Dämmung der Beckenwände inklusive dämmender Hinterfüllung einen Wärmespeichereffekt. 4) Kombination verschiedener Maßnahmen Die einzelnen Maßnahmen lassen sich natürlich auch miteinander kombinieren. Betreiben Sie Ihre Wärmepumpe mit selbst erzeugtem Strom von der Photovoltaikanlage auf dem Dach, die wiederum den Pool versorgt, und machen Sie sich so unabhängig vom Stromlieferanten. 5) Energieeffiziente Technik Die Schwimmbadindustrie hat eine Reihe von Produkten entwickelt, die die Energieeffizienz der Pooltechnik deutlich steigern. Das sind: Frequenzgesteuerte Pumpen: Schwimmbadpumpen sind unerlässlich, um den Aufbereitungskreislauf in Gang zu halten. Jede Technik braucht aber eine Pumpe, die zu ihr passt. Ist sie zu klein, leidet die Wasserqualität. Zu groß ausgelegte Pumpen verschwenden unnötig Energie. Berücksichtigt werden muss auch, welcher Volumenstrom, das heißt die Durchflussmenge des Wassers durch das Rohr, für die Filtration und Filterspülung benötigt wird. Zudem sind Widerstände im Rohrleitungssystem zu berücksichtigen. Als Faustregel gilt: Je weniger Winkel, T-Stücke und je kürzer die Rohrleitung, desto geringer der Energieaufwand. Pumpen, die 24 Stunden am Tag betrieben werden, können durch den Einsatz einer Frequenzregelung energieeffizienter werden. So kann der Leistungsbedarf der Pumpe außerhalb der Badezeit automatisch gesenkt und dennoch eine ausreichende Wasseraufbereitung gewährleistet werden. Es gibt zwei Methoden, die Pumpen auf verschiedene Betriebszustände einzustellen: Motoren neuerer Bauart, zum Beispiel EC-Motoren, werden direkt elektronisch betrieben. Bei herkömmlichen Asynchron-Motoren hingegen wird die Drehzahl indirekt, das heißt über einen an der Pumpe angebrachten oder separaten Frequenzumrichter gesteuert. Die Pumpenleistung sowie der „Regelbereich“ der Pumpe sind in jedem Fall sorgfältig für das Becken auszuwählen. Denn die Durchströmung des Beckens muss auch bei einer Reduzierung des Volumenstroms sicher funktionieren. Seit Juli 2021 dürfen aufgrund der „Ökodesignrichtlinie“ – EU-Richtlinie zur umweltgerechten Gestaltung energiebetriebener Produkte – nur noch ungeregelte Motoren ab 0,75 kW in der Energieeffizienzklasse IE3 in Verkehr gebracht werden (oder Motoren in der Klasse IE2 mit zusätzlicher Regelung). Der Vorteil geregelter Motoren: höherer Wirkungsgrad und geringerer Energiebedarf. Automatische Dosiertechnik: Die wichtigen Wasserparameter müssen regelmäßig kontrolliert werden. Das kann natürlich auch manuell geschehen. Komfortabler, sicherer und umweltfreundlicher geht es mit einer automatischen Dosieranlage, die kontinuierlich die Werte prüft und im Bedarfsfall über eine Dosierpumpe Wasserpflegemittel zugibt. So ist ständig eine gleichbleibende Menge an Desinfektionsmitteln im Badewasser gewährleistet, um Algenwachstum und Keimvermehrung zu gewährleisten. Die Dosiertechnik sorgt auch dafür, dass nur so viel Wasserpflegemittel verwendet wird, wie tatsächlich gebraucht wird. So ist eine Überdosierung und damit Verschwendung ausgeschlossen. Eine zusätzliche Reduzierung an Wasserpflegemitteln kann durch gute Filtration und Beckendurchströmung begünstigt werden. Smarte Poolsteuerung: Moderne digitale Schwimmbadsteuerungen halten die komplette Poolanlage in dem jeweils günstigsten Betriebszustand und sparen damit Energie und aufwendige Wartung. Die Steuerungen sorgen für ein optimales Zusammenspiel der einzelnen Komponenten. Über ein Display oder Touchpanel kann man die Wasserwerte abrufen, Wasserpflegemittel dosieren, die Filterpumpe oder Rückspülung steuern, außerdem die Abdeckung, Scheinwerfer, Wasserattraktionen etc. bedienen. Das Ganze ist mehr als technische Spielerei. Zum einen erleichtert es dem Poolbesitzer die Kontrolle der Anlage, zum anderen können die Werte digital an das Poolbau-Fachunternehmen weitergeleitet werden. Dank Fernwartung kann dieser Tipps zur Behebung einfacher Fehler geben. Die Einbindung in ein Gebäudemanagement erlaubt es außerdem, die Anlage in einen ressourcenschonenden Zustand zu versetzen, Energieverbrauch zu kontrollieren und die verschiedenen Energiespargeräte, beispielsweise Solaranlage und Wärmepumpe, miteinander vernetzt einzusetzen. 6) Wasser sparen Zum nachhaltigen Poolbetrieb gehört auch, sorgsam mit der Ressource Wasser umzugehen. Ein kompletter Wasserwechsel ist nicht jedes Jahr notwendig. Abhängig von den individuellen Rahmenbedingungen kann das Wasser oft mehrere Jahre im Pool bleiben. Wenn das Becken mal entleert werden muss, so ist es nach Genehmigung möglich, das Wasser mittels geeigneter Aufbereitungsschritte direkt in die Kanalisation einzuleiten oder es zur Bewässerung des Gartens zu verwenden. ■ Mit freundlicher Genehmigung von bsw Bundesverband Schwimmbad & Wellness e.V.– www.bsw-web.de. Quelle: bsw-Energieguide – so wird Ihr Pool zum umweltschonenden Schwimmerlebnis. Die sopra Schwimmbadtechnik hält alle Geräte immer im energieeffizienten Betrieb. Die Klassiker unter den Heizsystemen sind Solarabsorber und Solarkollektoren.  84 MAGAZIN | 2023

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