sopra Magazin 13

sind Teil der Arbeit. Zu den Leistungen des Hauses gehören neben den Kinderräumen, Apartments und Räumlichkeiten für die Anwendungen auch ein großer Garten mit Spielplatz, Gartenhaus und einem Winter- garten für besondere Momente, ein Kreativraum sowie ein Therapiebad. „Viele Kinder werden nach dem Krankenhausaufenthalt in die Häuslichkeit entlassen“, erläutert Edzard von Wedel, Fundraising Manager bei der Björn Schulz Stiftung. „Dann beginnt ein neuer Lebensabschnitt für die Familien, weil sie durch die Pflege des Kindes physisch und psychisch stark belastet sind. Wenn man das über Jahre macht, zehrt das an der Energie der Familie. Dann bieten wir die Entlastungspflege an, bei der die ganze Familie die Möglichkeit hat, hier im Sonnenhof mit dem Kind zu leben, aber dabei nicht die ganze Pflege schultern muss. Da die Kinder bei uns in guten Händen sind, können die Eltern auch mal eine Auszeit genießen.“ Der Sonnenhof besteht aus zwei Gebäudetrakten. In einem wohnen die Kinder, in dem anderen die Eltern. Wenn notwendig, sind aber die Eltern in wenigen Sekunden bei den Kindern. Alle Räumlichkeiten sind darauf ausgelegt, dass die Kinder sich erholen können und Spaß haben. Ein Grundprinzip ist, so Edzard von Wedel, dass kein medizinisches Material herumliegt. Und alle therapeutischen Maß- nahmen beziehen auch die Familien mit ein. Zum therapeutischen Angebot gehört auch das kleine Schwimmbad im Untergeschoss des Hauses, das von allen Bewohnern gerne genutzt wird. Das warme Wasser hat eine beruhigende, entspannende Wirkung auf die Kinder. Im vergangenen Jahr war ein Austausch der Technik unumgänglich geworden. Der beauftragte Architekt Markus Hastenteufel aus Berlin zog den Schwimmbadsachverständigen Frank Eisele und den sopra Partner Kühling & Hauers hinzu. Eine Bestandsauf- nahme durch Frank Eisele ergab, dass die vorhandene Schwimmbadtechnik nicht mehr den Ansprüchen an ein Therapiebecken gerecht war und erneuert werden musste. Deshalb wurde die Pooltechnik ausgebaut und durch eine moderne sopra Aufbereitungstechnik ersetzt, die in den vorhandenen, begrenzten Raum eingebaut wurde. Wie zuvor verfügt die Aufbereitungstechnik über eine der DIN 19643-4 entsprechende zusätzliche Ozonstufe, die bei Therapiebecken vorgeschrieben ist. Zur Er- klärung: Da Therapiebecken überwiegend von Menschen genutzt werden, die aufgrund von Krankheiten, Operationen oder ähnlichen Gründen ein schwaches Immunsystem haben, muss durch die Aufbereitungstechnik absolut sichergestellt sein, dass keine Keime, Bakterien oder ähnliches ins Wasser gelangen können. Deshalb wird nach der normalen Desinfektionstechnik noch eine Ozonstufe als zusätzliche Barriere dazugeschaltet. Mittelfristig ist auch der Einbau eines neuen Schwimmbeckens geplant. Die Arbeit der Björn Schulz Stiftung greift aber weit über den Betrieb des Sonnenhofs hinaus. Mit einer Vielzahl von ambulanten Diensten werden jedes Jahr über 650 Familien in Berlin und Brandenburg be- gleitet. Dabei stehen die Mitarbeiter der Stiftung den Eltern, Geschwistern und Angehörigen nicht nur während der zumeist langen Krankheitsphase, sondern auch über den Tod des Kindes hinaus mit verschiedenen Individual- und Gruppenangeboten zur Seite. Ebenfalls zum Netzwerk der Hilfe gehört eine hauseigene Fort- und Weiterbildungsakademie mit einem breit gefächerten Seminar- und Workshopangebot – sowohl für die Familien als auch für alle Menschen, die sich rund um die Kinderhospizarbeit fortbilden möchten. Teil des Netzwerks ist auch das Nachsorge- und Erholungshaus Irmengard-Hof in Bayern. 200 festangestellte Mitarbeiter sind für die Stiftung tätig. Den Bewohnern des Sonnenhofs wird eine 24-Stunden-Versorgung an 365 Tagen im Jahr geboten. Gearbeitet wird im Drei-Schicht-Betrieb. Edzard von Wedel: „Wir haben hier optimalerweise eine 1 : 1-Betreuung, das heißt, eine Pflegekraft kümmert sich um ein Kind. Aufgrund des Personalmangels, unter dem wir wie alle Institutionen leiden, wird auch eine 2 : 1-Betreuung, das heißt zwei Kinder auf eine Pflegekraft akzeptiert.“ Die Pfleger schauen regelmäßig und auch nachts nach den Kindern. Körperfunktionen werden an den Monitoren überwacht. Ein wichtiger Baustein der Stiftungsarbeit ist das Einwerben von Spenden, ohne die die Björn Schulz Stiftung in dieser Breite nicht arbeiten könnte. Während die Finanzierung der medizinisch-pflegerischen Versorgung zum überwiegenden Teil über die Pflegekassen erfolgt, wird die pädagogisch-therapeutische Begleitung der erkrankten Kinder und ihrer Angehörigen über Spenden finanziert. Sowohl Geld- als auch Sachspenden unterstützen die Arbeit. Außerdem sind rund 300 freiwillige Mitarbeiter für die Stiftung im Einsatz. Sie helfen mit ganz unterschiedlichen Tätigkeiten bei der Stiftungsarbeit. Auch der Secondhandladen „Schatzinsel“ in Berlin-Pankow bietet die Möglichkeit, sich zu engagieren. Spendenkonto: SozialBank IBAN: DE38 3702 0500 0001 1456 00 BIC: BFSWDE33XXX Björn Schulz Stiftung Wilhelm-Wolff-Str. 38, 13156 Berlin-Pankow Tel.: 030 398998-50 info@bjoern-schulz-stiftung.de | www.bjoern-schulz-stiftung.de INSIDE 115

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