In den Fahrzeugen von Bentley scheint ein Teil des alten britischen Empires weiterzuleben: Geringe Stückzahlen, hochwertige Materialien, exzellente Verarbeitung, exorbitante Leistung und natürlich ein stolzer Preis sind nur einige der Kennzahlen, die jeden Bentley auszeichnet. Der Leitspruch von Walter Owen Bentley, der das Unternehmen 1919 gründete, gilt auch heute noch: „Ein schnelles Auto, ein gutes Auto, das beste Auto seiner Klasse.“ Die ersten Fahrzeuge der Serie EXP I wurden bis 1931 in Cricklewood produziert. W. O. Bentley betrieb mit seinem Bruder unter dem Namen Bentley & Bentley einen Handel für den französischen Automobil- hersteller DFP. Dazu war er leidenschaftlicher Rennfahrer und gewann auch einige Rennen mit seinen umgebauten Fahrzeugen. Zusätzlich verkauften die Bentley-Brüder Fahrzeuge mit eleganten Reisekarosserien, die mit den Modellen von Daimler oder Rolls-Royce vergleichbar waren. Das Rennfahrtprogramm war für W.O. Bentley ein zentraler Bestandteil der Verkaufsstrategie nach dem Motto: „Race on sunday – sell on monday.“ Ein wichtiger Absatzmarkt waren die sogenannten Bentley Boys, eine Gruppe junger Männer aus reichen Familien, für die Autorennen eine Leidenschaft waren. Sie kauften die Autos bei Bentley und finanzierten sich ihre Rennkosten selbst. Einer dieser Bentley Boys, Woolf Barnato, trat dreimal in einem Bentley in Le Mans an und gewann jedes Mal. Er ist damit einer der erfolgreichsten Le Mans-Fahrer aller Zeiten. Ende 1925 war Bentley in extremen finanziellen Schwierigkeiten. Den Konkurs verhinderte Woolf Barnato, der im Februar 1926 die Liquidität Bentleys wiederherstellte und Hauptaktionär sowie Chairman von Bentley wurde. Trotz weiterer Finanzspritzen durch Barnato blieb die finanzielle Lage angespannt. So kündigte die Versicherungsgesellschaft London Life, bei der Bentley Kredite aufgenommen hatte, 1931 an, für Bentley einen Käufer zu suchen. 1931 kaufte Rolls-Royce das Unternehmen für 125.275 Pfund und änderte den Unternehmensnamen in Bentley Motors 1931 Ltd. Die Marke Bentley war als Hersteller teurer Sportwagen bekanntgeworden. Rolls-Royce integrierte Bentley ins Unternehmen, wobei die Unterscheidungsmerkmale zwischen RollsRoyce und Bentley immer geringer wurden. Bis zum Jahr 1935, als Rolls-Royce die Bentley-Rennsportabteilung schloss, arbeitete W.O. Bentley noch in seinem ehemaligen Unter- nehmen. Danach setzte er seine Kenntnisse bei Lagonda und Aston Martin ein, wo er weitere Rennerfolge erzielte. Nach dem Krieg wurde die Automobilproduktion an den heutigen Stammsitz Crewe verlegt. Der erste Bentley, der dort vom Band lief, war der Mark VI. Viele Jahre lang Walter Owen Bentley war ein leidenschaftlicher Rennfahrer und gewann auch einige Wettbewerbe. Seine Autos waren bald auf allen Rennstrecken Europas zu finden. Von Beginn an bis heute stehen alle Bentleys für Exklusivität, höchste Materialqualität, Komfort und vor allem für eine enorme Leistung. JOURNAL 122 MAGAZIN | 2024
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