sopra Magazin 13

128 MAGAZIN | 2021 JOURNAL war Bentley lediglich der Markenname für geringfügig modifizierte Pkw von Rolls-Royce. 1998 wurde Bentley nach einem Bietergefecht zwischen BMW und Volkswagen vom VW-Konzern für 1,44 Mrd. Deutsche Mark über- nommen. BMW kündigte daraufhin den Vertrag zur Motorenlieferung und nutzte seine guten Beziehungen zum Flugzeugtriebwerkhersteller Rolls-Royce plc., der nicht verkauft worden war, aber die Markenrechte an Rolls-Royce besaß, um sich für 40 Mio. Pfund die Rechte an dem Namen zu sichern. Volkswagen hatte damit zwar das Automobilwerk in Crewe und den Namen Bentley erworben, aber nicht die Namensrechte von Rolls-Royce. So kam es zu einem Agreement, dass VW im Stammwerk in Crewe bis Ende 2002 unter der Lizenz von BMW und mit Motoren von BMW weiter Rolls-Royce-Modelle bauen durfte und BMW für die Rolls-Royce-Pkw mit dem Werk in Goodwood eine neue Fertigung aufbauen werde. Innerhalb des Volkswagen-Konzerns gehört Bentley seit 2022 zur Audi Group. Ab dem Jahr 2001 nahm Bentley nach 70 Jahren wieder am 24-Stunden- Rennen von Le Mans teil. Für den Wiedereinstieg wurde auf Know-how der Konzernschwester Audi zurückgegriffen. Die für das Audi-Werk mehrfach erfolgreiche Mannschaft von Joest Racing wurde 2003 als Bentley Werksteam geführt und Audi-Werksfahrer wie Le Mans-Rekordsieger Tom Kristensen in den Bentley versetzt. Kristensen holte für die Briten einen seiner sechs Siege in Folge. Der zweite Bentley belegte den 2. Platz. Nach den noch von Vickers/Rolls-Royce entwickelten Modellen Arnage, Continental und Azure (Cabrio-Version des Continental) präsentierte Volkswagen 2003 die erste eigenständige Entwicklung Continental GT als Nachfolger des bisherigen Continental-Coupés. Seit 2005 wird auf Grundlage des Continental GT die Limousine Continental Flying Spur produziert. Ab einem Preis von ungefähr 165.000 Euro können Kunden einen Bentley erwerben. Und die Nachfrage ist groß: 15.174 Fahrzeuge wurden 2022 an Kunden übergeben. Ein Plus von 4 % gegenüber 2021. Besonders begehrt ist der SUV Bentayga, der für 42 % des Gesamt-  Das modernisierte Werk in Crewe bietet eine komplett integrierte Fahrzeugproduktion, in dem alles beheimatet ist, was zu einem Automobilwerk gehört. Früher war Crewe der Standort für den Bau aller 12-Zylinder-Motoren im VW-Konzern. Mit tatkräftiger Unterstützung der Konzernschwester Audi nahm Bentley die Rennsportaktivitäten wieder auf und nahm unter anderem 2001 in Le Mans teil. 124 MAGAZIN | 2024

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