128 MAGAZIN | 2021 JOURNAL absatzes von Bentley Motors verantwortlich ist. Das nächste große Projekt ist die Elektrifizierung: Bis 2030 will Bentley eine vollständig klimaneutrale Marke für Luxusfahrzeuge werden. Das Werk in Crewe erstreckt sich heute über eine Fläche von 521.111 m2 – ein vollständig integrierter Standort, an dem alles beheimatet ist, was zu einem Automobilstandort gehört: Design, Konstruktion, Fertigung und Qualitätssicherung bis hin zu Marketing und Vertrieb. Hier befindet sich auch das CWI House, Bentleys Flaggschiff-Showroomkonzept, das nach der Postleitzahl von Bentley benannt ist. Im Durchschnitt werden in Crewe 50 Continental und Flying Spurs sowie 40 Bentaygas pro Tag hergestellt. Mehr als 700 Unternehmen liefern 18.000 Teile nach Crewe. 82 Zulieferer befinden sich in einem Umkreis von 80 km ums Werk. Im Orion Park in Crewe befinden sich rund 60.000 Teile für alle Fahrzeuge, die von 1955 bis heute gebaut wurden. Dort gibt es unter anderem auch Maschinen, mit denen ohne Originalvorlagen Schlüssel für die Bentleys bis zu den frühen 1960er-Jahren angefertigt werden können. Die Fertigung eines Continental GT dauert etwa 110 Stunden, die eines Flying Spur 130 und die eines Bentayga ebenfalls 130. Bentley ist innerhalb des Volkswagen-Konzerns das Kompetenzzentrum für die Verarbeitung von Holz und Leder sowie früher für die Fertigung von 12-Zylindermotoren. In einem Bentayga wird Leder von etwa 14 Bullenhäuten verarbeitet, in einem Flying Spur von 13, in einem Continental von 11 und in der Cabriolet-Version von 10. Jedes Stück Holz in einem fertigen Fahrzeug stammt von ein und demselben Baum. Dadurch ist gewährleistet, dass Struktur und Farbe des Holzes im gesamten Automobil gleich sind und auch während der Alterung gleich bleiben. Seit 2020 werden für die Mulliner-Varianten drei verschiedene Portfolios angeboten: Mit Coachbuilt entstehen einzigartige und visionäre Fahrzeuge von Bentley. Collections bezeichnet limitierte Mulliner-Modelle und Classic bezieht sich auf die Restaurierung und Rekonstruktion von Bentley-Modellen aus der Vergangenheit. Traditionelle Intarsien-Arbeiten können fast jedes Bild oder jede Designidee wiedergeben, zum Beispiel eine Darstellung des Bentley Speed Six aus den 1930er-Jahren, die in der Armaturentafel einer Limited Edition eingearbeitet werden, oder die Landschaft der Bergkette, die als Inspiration für den Namen Bentayga diente. Für die Umsetzung eines Familienwappens als Stickerei benötigt ein Designer mittels CAD acht bis zehn Stunden. Das Endergebnis enthält dann bis zu 20.000 Stiche. ■ www.bentleymotors.com Eine im Bentley-Look kreierte Ducati Diavel neben einem Bentley GT Speed. 126 MAGAZIN | 2024
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