sopra Magazin 13

DIE INNOVATIVE SEITE VON REINER LIETZ Reiner Lietz Jeder Schwimmhallenbetreiber und jeder Poolbauer weiß das oder sollte es wissen: Eine Schwimmhalle ist ein Dauerfeuchtraum, in dem eine ständig hohe Raumtemperatur von etwa 30° Celsius und eine permanente Luftfeuchte von etwa 55 bis 60 % herrscht. Dies stellt eine hohe Belastung für alle raumumschließenden Innenflächen dar. Eine gute Wärmedämmung mit Dampfsperre und eine leistungsfähige Entfeuchtungstechnik sind deshalb zwingend notwendig. Die Forschungs- und Entwicklungsabteilung der sopra AG hat sich hierzu Gedanken gemacht und ein Konzept entwickelt, wie man beides, also Wärmedämmung mit Dampfsperre und die Entfeuchtungsanlage, in einem Produkt miteinander kombinieren kann. Das Ergebnis ist die Klimawand, die einerseits dank ihrer Wärmedämmeigenschaften und der aufgebrachten Aluminium-Dampfsperre die Wände und Decke sicher vor eindringender Feuchte schützt, andererseits auch die Funktionen einer Entfeuchtungsanlage übernehmen kann. Denn im Gegensatz zu einer klassischen Wärmedämmung plus Dampfsperre schützt sie nicht nur die Wand- und Deckenflächen vor der feuchten Luft, da diese nicht bis zum Bauwerk vordringen kann, sondern sie ist auch in der Lage, durch ein feinporiges Kapillarsystem, welches in der Kondensat-Ober- fläche der Klimawand integriert ist, die feuchte Luft aufzunehmen, diese zu entfeuchten und dann wieder an die Schwimmhallenluft abzugeben. Die jetzt in der Klimawand enthaltene Feuchtigkeit wird über ein integriertes Kanalsystem mit einer neuartigen Technik abgeführt und ins Becken geleitet. So kann das Wasser keinen Schaden anrichten. Da es sich um destilliertes Wasser handelt, kann es gleich für die Befüllung des Dampfbügeleisens verwendet werden. Die Dame des Hauses freut sich. Das Eindringen der Feuchte über das Kapillarsystem erfolgt durch Diffusion über Membrane, die wie eine Netzhaut über die Oberfläche der Klimawand gespannt ist. Wie die klassische Wärmedämmung mit Dampfsperre wird auch die Klimawand in Form von Paneelen auf Wände und Decke aufgebracht. Die Paneele können auch nach Belieben ge- staltet werden. Da alle Oberflächen in der Schwimmhalle mit der Klimawand bekleidet sind, kann die komplette Schwimmhallenluft entfeuchtet und kostenfrei wiedererwärmt werden. Auf ein energieabhängiges Entfeuchtungsgerät kann also zukünftig in den meisten Fällen verzichtet werden. Stromverbrauch und CO2-Ausstoß sind ausgeschlossen. Die in die Halle zurückgeführte Luft kann zusätzlich auf Kundenwunsch zum Wohlbefinden des Benutzers mit Aerosolen angereichert werden. Auch die Geräusche der Klimawand können reguliert werden. So lässt sich ein leichtes Strandrauschen einstellen, das beruhigend wirkt und die Schlafqualität verbessert. Aber die Klimawand kann auch zur Kühlung dienen: Mit einer komplett neuartigen Technik wird die Feuchte in Kälte umgewandelt, die zur Kühlung eines Weinkellers oder begehbaren Großraumkühlschranks genutzt werden kann – und zwar ohne Energiebedarf. ■ *Eine Innovation, die noch erfunden werden muss. DFÜR SCHWIMMHALLEN* IE KLIMAWAND 128 MAGAZIN | 2024

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