Schwimmbadbau
Das sopra-Seminar

sopra-Seminar „Schwimmbadbau“

Teil 2.4: Stahlbetonbecken mit Fliesen-, Mosaik- oder Natursteinbelag

Stahlbetonbecken mit einem nicht-wasserdichten Belag aus Fliesen, Glasmosaik oder Naturstein können als die aufwendigsten und anspruchsvollsten Schwimmbeckenkonstruktionen betrachtet werden. Dies gilt besonders, wenn der Pool mit einer Überlaufrinne ausgerüstet werden soll.

Andererseits ist keine andere Konstruktion so variabel und vielseitig wie diese und keine andere Beckenart bietet mehr optische Gestaltungsmöglichkeiten.

Der Kreativität des Architekten und des Bauherrn sind keine Grenzen gesetzt. Sie sollten jedoch schon bei der Planung mit einem sopra-Fachunternehmen eng abgestimmt werden. Nicht alles was schön und kreativ ist, ist auch sinnvoll und gewährleistet einen kostengünstigen Betrieb.

Da die Ausführungsanforderungen sehr anspruchsvoll sind, ist die Beachtung der einschlägigen DIN-Normen unabdingbar.

Es sind vor allem die nachfolgenden Normen zu beachten:

  • Merkblatt 25.04 „Schwimm- und Badebecken aus Stahlbeton“ der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen e.V.
  • DIN EN 206-1 und DIN 1045-2 „Tragwerk aus Beton, Stahlbeton und Spannbeton“
  • DIN EN 13813 Estriche im Bauwesen
  • DIN EN 14411 Keramische Fliesen und Platten
  • DIN 18195-7 Bauwerksabdichtungen – Abdichtung gegen von innen drückendes Wasser
  • DIN 18550 Putz und Putzsysteme

Beckenkonstruktion
Für die Herstellung der Konstruktion ist die Auswahl der richtigen Betongüte wichtig. Der Stahlbeton muss einen hohen Wassereindringwiderstand besitzen (WU-Beton) und gegen chemische Wassereinwirkung des Chlors, Reinigungsmittel etc. widerstandsfähig sein. Darüber hinaus muss er risssicher (Korrosion an der Bewehrung) und frostbeständig (Freibad) sein.

Besonders die Ausbildung des Beckenkopfes bei Überlaufrinnenbecken ist technisch sehr anspruchsvoll. Ein gleichmäßiger Überlauf (Streichwehrfunktion) ist nur bei einer maximalen Höhendifferenz von +/– ? mm gewährleistet.

Das Niveau des Wasserspiegels liegt über dem des Beckenumgangs, was zur Folge hat, dass das Wasser nach dem Prinzip der „kommunizierenden Röhre“ versucht, sich selbst zu nivellieren. Dem kann nur mit einer Kapillarsperre aus Epoxydharz begegnet werden. Im Hallenbad ist, wegen des Schallschutzes und des Spannungsübergangs zwischen Becken und Gebäude, die Beckenkonstruktion komplett vom Gebäude zu trennen.

Um auch nach Jahren Undichtigkeiten weitestgehend ausschließen zu können und damit der Belag sicher hält, muss der Untergrund so gewählt werden, dass eine beständige Verklebung des Belags ermöglicht wird. Bevor jedoch der Belag aufgebracht wird, ist zudem die Konstruktion sorgfältig vorzubereiten, Grate zu entfernen, sowie Löcher und Unebenheiten abzuspachteln. Gegebenenfalls muss ein Ausgleichputz bzw. ein Zementverbundestrich aufgebracht werden.

Anschließend werden eine Epoxydharzspachtelschicht und eine Spezialgrundierung aufgebracht. Auf die Grundierung werden Gummibahnen verklebt. Als letzter Arbeitsgang wird eine Schutzspachtelung aufgetragen. Der Belag wird mit einem speziellen Kunstharzkitt vollflächig verklebt und mit Epoxydharz verfugt.

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Herstellungszeit
Die sichere Herstellung eines Stahlbetonbeckens mit einem keramischen Belag erfordert eine sorgfältige Planung und eine gegenüber den anderen Systemen lange Herstellungszeit:

  • Die Errichtung der Beckenkonstruktion mit Schalung, Montage der Einbauteile, Bewehrung, Ausgießen und Ausschalen kann mit 4 bis 6 Wochen angenommen werden.
  • Anschließend sind die vorgenannten Abdichtungsmaßnahmen vorzunehmen.
  • Bevor der Belag aufgebracht werden kann, muss die Nenndruckfestigkeit des Betons zu 100 % gegeben sein (Betonreife). Unter Laborbedingungen ist dies nach 28 Tagen der Fall. Die Praxis hat jedoch gezeigt, dass eine Wartezeit von 3 – 6 Monaten eingehalten werden sollte, da die Schwindungen des Betons nicht mit der Betonreife abgeschlossen sind.
  • Es folgt eine 14-tägige Probefüllung als Dichtigkeitsprobe.
  • Erst jetzt kann der Belag aufgebracht werden, was ebenfalls wieder einige Wochen oder – bei komplizierten Mustern und Beckenformen – Monate in Anspruch nimmt.

Insgesamt sollte der Bauherr eine Bauzeit von 9 Monaten bis 1 Jahr einplanen. Eine beschleunigte Errichtung erhöht die Gefahr einer späteren Undichtigkeit und einer folgenden aufwendigen Sanierung.

Belag
Ist der Beckenkörper wie zuvor beschrieben vorbereitet, kann der Belag aufgebracht werden. Die Dünnbettverlegung muss vollflächig im „Buttering-Floating-Verfahren“ mit einem hydraulisch abbindenden Kleber auf Epoxydharzbasis oder mineralischer Selikatbasis erfolgen.

Die Verfugung erfolgt ebenfalls mit einem speziellen Verfugungsmaterial auf Epoxydharzbasis. Elastische Bewegungsfugen werden in Abhängigkeit von Beckengröße und Beckenform angebracht und müssen aus einem unterwasser- und chemikaliengeeigneten Fugenfüllstoff bestehen.

Aus hygienischen Gründen muss die Verfugung regelmäßig gereinigt werden.

Als Beläge stehen zur Verfügung:

Glasmosaik

Glasmosaik
Glasmosaik ist in allen denkbaren Farben und Motiven erhältlich, was gleichzeitig der größte Vorteil gegenüber von Fliesen ist. Auf Grund seiner Größe (ab 10 x 10 mm) ist es hervorragend für Rundungen und freie Formen geeignet. Ein Mosaik mit rückseitiger Netzverklebung ist aus hygienischen Gründen (Pilzgefahr) nicht geeignet. Es werden daher nur Mosaike mit vorderseitiger Papierverklebung verwendet. Auf Grund der sehr großen Qualitätsunterschiede, ist darauf zu achten, dass das verwendete Glasmosaik auch für den Einsatz im Schwimmbad geeignet ist.

Keramische Fliesen oder Platten

Keramische Fliesen oder Platten
Dieser Belag wird i. d. R. aus glasierten frostbeständigen Steinzeugplatten oder Fliesen nach DIN EN 14411 hergestellt. Sie sind extrem witterungsbeständig, schmutzabweisend und hygienisch. Sie sind in vielen verschiedenen Farben erhältlich, jedoch großformatiger als Mosaik und daher für Rundungen nur begrenzt verwendbar. Auch Motive lassen sich nur schwer herstellen.

Naturstein

Naturstein
Eine Auskleidung mit Natursteinplatten bestichtdurch ihre natürliche Schönheit und ihr edles zeitloses Design. Der Stein muss chemikalienbeständig und für Schwimmbäder geeignet sein. Man sollte sich ein entsprechendes Zertifikat aushändigen lassen. Es ist besonders auf die Wasseraufnahme, Porosität, Festigkeit und Zusammensetzung des Steines zu achten. Im Zweifelsfall hilft ein Materialversuch. Meistens werden Platten aus Granit in verschiedenen Farbtönen, Kalkstein oder aus Silberquarzit verwendet.

Auf der folgenden Seite werden die Schwimmbecken mit Folienauskleidung näher erklärt.

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