Schwimmbadbau
Das sopra-Seminar

sopra-Seminar „Schwimmbadbau“

Teil 5.1: Anforderungen an Frisch- und Badebeckenwasser

Der Anteil an Frischwasser im privaten Bad muss nicht, wie im öffentlichen Bad festgelegt, 30 Liter pro Badegast und Tag betragen, sollte aber dennoch ausreichend sein, um die Wasserqualität zu gewährleisten. Hierbei sind besonders die Parameter pH-Wert, Redoxspannung und – bei der Desinfektion mit Chlorprodukten – der Gehalt an freiem Chlor im Wasser zu beobachten.

An das Wasser, mit dem das Schwimmbad gefüllt wird (Füllwasser), werden bestimmte Anforderungen gestellt. Das Füllwasser muss seuchen- und allgemeinhygienische Trinkwassereigenschaften aufweisen. Ausnahmen gelten für Meer-, Sole-, Mineral- und Heilwässer. Stoffe, die sich störend auf die Wasseraufbereitung auswirken, sind durch eine getrennte Aufbereitung zu entfernen.

Beim Schwimmbeckenwasser können sich störend auswirken:

  • Trübung
  • hohe Karbonathärte
  • hoher oder niedriger pH-Wert

Alleine die Erwärmung des Wassers (bis 35 °C) kann eine Veränderung der Inhaltsstoffe bewirken. Durch die Zugabe von Chlor oder ähnlich wirkenden Stoffen können ungünstige Verbindungen im Badewasser entstehen und diese sich im Kreislauf aufkonzentrieren. Ein zu hoher Eisenanteil bewirkt z. B. eine braune Färbung nach der Chlorzugabe. Ein zusätzlicher Faktor ist der Badegast.

Brunnenwasser ist aus den vorgenannten Gründen in den meisten Fällen nicht zum Befüllen eines Schwimmbades geeignet. Bei Brunnenwasser oder bestimmten Konzentrationen von Inhaltsstoffen ist eine Vorbehandlung in Form einer speziellen getrennten Aufbereitung erforderlich. Hier ist besonders auf organische Verunreinigungen zu achten. Wichtige Inhaltsstoffe, auf die die gewählte Wasseraufbereitung abgestimmt sein muss, sind:

Calcium (Ca)

Calciumverbindungen sind in jedem natürlichen Wasser in mehr oder weniger hoher Konzentration enthalten. Sie gehören wie die Magnesiumverbindungen zu den „Härtebildnern“ im Wasser.

Chlor (CI2)

Chlor und Chlorverbindungen kommen im natürlichen Wasser nicht vor. Sie werden dem Wasser aber bei der Wasseraufbereitung zur Entkeimung zugesetzt.

Als „freies Chlor“ werden bezeichnet: Freies, elementares Chlor; unterchlorige Säure oder Hypochlorid-Anion.

Als „gebundenes Chlor“ werden bezeichnet: organische und anorganische Chloramine sowie Chlorsubstitutionsprodukte.

Die Summe beider Werte wird als „Gesamtchlor“ in den Analysen ausgewiesen.

Chlorid (Cl)

Chloride sind Salze der Salzsäure. Sie sind in nahezu allen natürlichen Wässern enthalten. Ihre Konzentration ist abhängig von den geologischen und örtlichen Verhältnissen. Größere Mengen Chloride können den Geschmack beeinflussen und erhöhen vor allen Dingen die Korrosionswahrscheinlichkeit des Wassers.

Eisen (Fe)

Eisen kann in Form von Eisen(II)- und Eisen(III)-Ionen, in ungelösten Verbindungen, kolloidal gelöst sowie in organischer Bindung vorliegen. Bei der Bestimmung von gelöstem neben ungelöstem Eisen, geben die späteren Analysewerte nicht die bei der Probenentnahme im Wasser vorliegenden Verhältnisse wieder. Nur der Gesamtgehalt an Eisen entspricht den Werten bei der Probenentnahme. Der Grenzwert für Eisen beträgt 0,1 mg/I.

Härte des Wassers (allgemein)

Als Härtebildner im Wasser werden allgemein die Calcium- und Magnesiumsalze bezeichnet. Mit Kohlensäure gebunden bezeichnet man sie als Karbonathärte. Liegen sie dagegen als Sulfate, Chloride oder Nitrate vor, so spricht man von Nichtkarbonathärte.

Hieraus folgt: Karbonathärte (GH) = Calciumhärte (CaH) + Magnesiumhärte (MgH) Gesamthärte (GH) = Karbonat-Härte (kH) + Nichtkarbonathärte (NkH) Gesamthärte (GH) = „Summe Erdalkalien“ 1°dH (GH) = 0,1786 mol/m3 Summe Erdalkalien

Kupfer (Cu)

Es kommt in natürlichen Wässern äußerst selten vor, aber bei Kupferleitungen können Kupfer-Ionen ins Wasser gelangen und dem Wasser einen unangenehmen Geschmack verleihen. Die Giftigkeit der Kupfersalze wird allgemein weit überschätzt. Es existiert lediglich eine Richtzahl: 3mg/l nach 12-stündigem Stehen in kupfernen Leitungssystemen.

Wassertemperatur

Die Angabe der Wassertemperatur ist wichtig, da sowohl die pH-Wert-, die Redoxspannung und die Leitfähigkeitsmessung temperaturabhängig sind. Auch bei Berechnungen des Gleichgewichts-pH-Wertes, des Sättigungsindexes und der zugehörigen Kohlensäure geht die Temperatur beträchtlich in die Rechnung ein.

Auf der folgenden Seite wird die automatische Wasseraufbereitung mit Chlor näher erklärt.

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