Schwimmbadbau
Das sopra-Seminar

sopra-Seminar „Schwimmbadbau“

Teil 9.2.2: Feuchtschutz

Wirkungsvoller Feuchteschutz in Schwimmhallen bedeutet, dass weder auf der Innenseite der Bauteile noch innerhalb der Konstruktion schädliches Tauwasser entstehen kann. Dafür sorgt die innen liegende Wärmedämmung mit Dampfsperre. Die Dämmung hält die Oberfläche rundum so warm wie die Raumtemperatur und die Dampfsperre hält die gewünschte Feuchte sicher in der Schwimmhalle und schützt die Baukonstruktion. Ein besonderes Augenmerk ist auf die Vermeidung von Wärmebrücken zu achten. Dies wird durch die innen liegende Rundum-Dämmung erreicht.

Weil in der Schwimmhallenluft etwa doppelt so viel Feuchte enthalten ist, als in der Wohnraumluft, müssen Bauteile auch für diese besonderen Anforderungen zugelassen und mit einem DIN-Nachweis bestätigt werden. Jede Konstruktion (Dach, Decke, Wände) muss nach DIN 4108 bauphysikalisch zulässig sein. Bauherr, Handwerker und Architekt tun gut daran, diese Nachweise beim renomierten Systemanbieter Fa. ISO GmbH oder beim Ing.-Büro erstellen zu lassen. Außerdem ist es sinnvoll, bei der Planung den Rat unserer erfahrenen sopra Fachhändler für einen sicheren Schwimmhallen-Ausbau einzuholen. Detailfragen, auch hinsichtlich Gestaltung, Beleuchtung usw., können mit unseren Erfahrenen sopra-Partnern so bereits im Vorfeld sicher gelöst werden.

Sichere Wände in Schwimmhallen

Alle Wandkonstruktionen – ob mit oder ohne äußere Wärmedämmung, ob im Erdgeschoss oder im Untergeschoss – können mit der innen liegenden Wärmedämmung und Dampfsperre bauphysikalisch sicher ausgeführt werden. Die Oberfläche kann ganz nach Wunsch der Bauherrschaft individuell gestaltet werden. Die Beschichtung erfolgt dabei systemgerecht direkt auf der Alu-Dampfsperre. Die Dämmschichtdicke innen wird nach den Erfordernissen der geltenden Verordnung bzw. auf NEH-Niveau festgelegt.

Schwimmhallenklimatisierung-Wärmedämmung

Sichere Decken- und Dachkonstruktionen

Decken, ob sie als Dach oder als Zwischendecken ausgeführt werden, sind ohne innen liegende Dampfsperre äußerst risikobehaftet. Bei Flachdächern befinden sich an der Außenseite immer auch abdichtende Schichten wie Folie, Bitumenbahnen usw. Dadurch kann sich dort ggf. Kondensat bilden.

Um das Eindringen der Feuchtigkeit und auch mögliche Wärmebrücken auszuschließen, wird direkt an der rohdecke die Dampfsperre in Form eines Verbund-Elementes aus Polystyrol-Hartschaum mit aufkaschierter Alufolie (z. B. ISO-PLuS-SYStEM) befestigt.

Dadurch ist die Decke bauphysikalisch sicher und entspricht den Anforderungen gemäß DIN 4108. unter die Dampfsperre werden dann die Lüftungskanäle und die Elektroinstallation sowie die Abhängekonstruktion vorgesehen. Dazu wird die Dampfsperre punktuell durchbohrt und mit speziellen Deckendübeln versehen. Der Durchdringungspunkt der Dampfsperre wird mittels spezieller Abdichtscheiben abgedichtet.

Bei Decken zu beheizten Wohnräumen ist die beschriebene Maßnahme aus folgendem Grund ratsam:

Die Feuchtigkeit der Schwimmhallen-Luft hat täglich 24 Stunden Zeit, in die konstruktion einzudringen. Die Diffusionsrichtung ist immer von der Schwimmhalle aus nach außen. Eine Feuchtigkeitsanreicherung in der Decke und im darüber liegenden Bodenaufbau ist unvermeidbar. textile Bodenbeläge, Naturstein und insbesondere Parkett sind darauf sehr anfällig. Auch wenn bauphysikalische Berechnungen theoretisch kein kondensat bescheinigen, sind derartige Decken zur Sicherheit von Planern, Ausführenden und Bauherren dampfdicht auszuführen.

In der Praxis ist oftmals ein und dieselbe Decke teilweise mit Wohnraum überbaut und teilweise als Terrassendach ausgebildet. Dieser Übergang ist in der Praxis nicht unkritisch und muss besonders betrachtet werden. Generell gilt der Hinweis, für jede Konstruktion einen bauphysikalischen Nachweis zu erstellen und alle Detail-Punkte (Anschlüsse, Übergänge) konsequent sicher auszuführen.

Für die tragenden Teile abgehängter Decken-Konstruktionen in Schwimmhallen sind nur ganz bestimmte Materialien zugelassen. Diese sind in der DIN 18168 definiert. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um zwei mögliche Lösungen: Hochlegierter korrosionsbeständiger Stahl oder verzinkter Stahl mit zusätzlicher Beschichtung. Der weit bekannte Edelstahl V2A ist für diesen Einsatzzweck definitiv nicht zugelassen. Deshalb ist es wichtig, hier auf die genaue Materialzulassung (z. B. Edelstahl 1.4529) zu achten.

Nach den verschiedenen Diskussionen um geeignete Materialien und Systeme für Abhängekonstruktionen in chloridhaltiger Atmosphäre gibt es z.B. bei der Fa. ISO GmbH in Kooperation mit verschiedenen namhaften Herstellern eine komplette Systemlösung für Schwimmhallen-Decken. Sie beinhaltet sowohl die Beton-Deckendübel in hochkorrosionsfestem Edelstahl 1.4529 als auch die verzinkte und zusätzlich beschichtete Abhängekonstruktion für die Deckengestaltung. Beide Komponenten sind mit der notwendigen Zulassung für chloridhaltige Atmosphäre versehen bzw. speziell für den Einsatz in Schwimmhallen zertifiziert. Sie entsprechen damit den Anforderungen in der höchsten Beanspruchungsgruppe gemäß der Eu-Norm DIN EN 13964.

Deckenkonstruktion

Da Gipsbaustoffe bei Dauerklima von 30 °C und 60 % relativer Feuchte nicht zulässig sind, empfehlen sich für abgehängte Decken andere Baustoffe. In der Vergangenheit wurden oft Alu- oder Holz-Paneele eingesetzt. Bei richtiger Montage bewähren sich diese Lösungen über Jahrzehnte.

Heute wird jedoch eher die fugenlose Fläche bevorzugt. Dazu eignet sich das ISO-Feuchtraum-Paneel. Es ist gipsfrei, absolut feuchtebeständig und ideal für den Einsatz in Schwimmhallen geeignet. Die Platten von 2,50 m x 1,20 m lassen sich biegen, bohren, sägen usw. wie gipsfaserplatten, sind baubiologisch getestet und frei von unnatürlichen Stoffen.

Die Paneele werden an die Unterkonstruktion geschraubt und dann von der Unterseite verspachtelt und verputzt. Die Aufnahme von Beleuchtungen und anderen Installationen bis hin zum Sternenhimmel ist dann, wie im Trockenbau üblich, möglich und wurde bereits vielfach realisiert. Auch lässt sich das System mit Lackspanndecken kombinieren.

Bei der Planung der Schwimmhallen-Decke müssen viele Faktoren berücksichtigt werden. Ganz entscheidend ist z. B., ob an der Decke die Installation für Lüftung, Wasser und Elektro vorgesehen werden muss. Dazu benötigt man in der Praxis ca. 30 – 40 cm Raumhöhe. Mit einer Deckenabhängung lässt sich die perfekte Gestaltung incl. Beleuchtung realisieren. Ist die Raumhöhe jedoch begrenzt, müssen andere Lösungen gefunden werden.

Für Wärmedämmung und Dampfsperre mit Schwimmbadputz sind in der Regel 3 – 5 cm vorzusehen. Dabei sollte dann die Beleuchtung unterhalb der Dampfsperre angebracht werden. Soll jedoch eine integrierte Beleuchtung mit Deckenstrahlern realisiert werden, ist dies in einem Höhenaufbau von 8 cm möglich. Spezielle ISO-Lichtboxen erlauben die Montage von NV-Strahlern innerhalb der Dämmstoffebene.

Auf der vierten Seite werden die Grundforderungen für die Schwimmbad-Sanierung und -Modernisierung näher erklärt.

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