Schwimmbadbau
Das sopra-Seminar

sopra-Seminar „Schwimmbadbau“

Teil 3.5: Beckenverrohrung

Die Verrohrung eines Schwimmbades muss, wie alle mit dem Schwimmbadwasser in Berührung kommenden Werkstoffe und Materialien auch, chemisch beständig und mikrobiologisch indifferent sein.

In der DIN 19643 werden folgende Werkstoffe als geeignet für „die Fortleitung von Trinkwasser“ zur Wahl gestellt:

  • PVC-U DIN 19532
  • PE-HO DIN 8074
  • PP DIN 8078
  • Nirostastahl DIN 17440 Werkstoff-Nr. 1.4571 (V4A) und
  • Stahlrohr DIN 1629 mit Korrosionsschutz.

Nicht geeignet sind verzinkte Stähle, Kupferrohre, Aluminiumrohre etc.

Im privaten Bereich werden hauptsächlich Rohre und Formstücke aus PVC verwendet. Im öffentlichen Bereich kommt PVC und PE zum Einsatz. Zu beachten ist auch die Richtlinie Nr. 2003/01 des Bundesverbandes für Schwimmbad & Wellness. Danach sind Rohrleitungen nur durch zugelassenes und qualifiziertes Fachpersonal (sopra-Fachhändler) zu verlegen. Sämtliche Saug- und Druckleitungen müssen dicht sein und sind vor der Inbetriebnahme durch eine Druckprobe auf Dichtigkeit zu prüfen.

Die Rohrleitungsstrecken für die Schwimmbeckenverrohrungen sollten so kurz wie möglich und so lang wie erforderlich ausgeführt werden. Um unnötige Rohrleitungswiderstände zu vermeiden, sind so wenig Umlenkungen wie möglich zu installieren. Lässt sich dies nur schwer vermeiden, so sind anstelle von Winkeln Bögen einzusetzen. Die Auslegung der erforderlichen Rohrleitungsdimensionen sollte unter technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten erfolgen.

Die Auslegung der Verbindungsrohrleitungen erfolgen nach den erforderlichen Volumenströmen und dem jeweiligen Anwendungsfall (siehe Kapitel 4 „Filtertechnik“).

Pumpendruckseite (Umwälzpumpe ➞ Filter ➞ Becken)
Die Strömungsgeschwindigkeit soll bei Druckleitungen zwischen 1,7 m/s und 2,0 m/s liegen. Die maximale Fließgeschwindigkeit, die zu belästigenden Strömungsgeräuschen führt, liegt bei 5 m/s.Nicht nur wegen der Geräuschentwicklung sollten jedoch Strömungsgeschwindigkeiten über 2,0 m/s möglichst vermieden werden, denn gleichzeitig mit der Strömungsgeschwindigkeit steigen auch die Rohrreibungsverluste. Bei zu klein dimensionierter Druckleitung bedeutet dies, dass für dieselbe Fördermenge und Förderhöhe, mehr Energie als bei ausreichend dimensionierten Leitungen aufgewendet werden muss.

Ein wirtschaftlicher Betrieb einer Pumpenanlage ist nur bei richtiger Rohrdimensionierung möglich. Die Druckverluste in einer Rohrleitung sind jedoch nicht nur von der Strömungsgeschwindigkeit, sondern auch vom Durchmesser der Leitung abhängig. Bei einer Strömungsgeschwindigkeit von jeweils 2 m/s beträgt z. B. der Druckverlust in einer Leitung DN 300 0,01 mWs/m, in einer Leitung DN 40 dagegen etwa 0,1 mWs/m. Rohrleitungen sollten daher nicht streng nach der Strömungsgeschwindigkeit, sondern auch immer im Hinblick auf die Druckverluste ausgelegt werden.

Pumpensaugseite (Überlaufsammelbehälter/Skimmer ➞ Umwälzpumpe)
Die Strömungsgeschwindigkeit soll bei Saugleitungen zwischen 1,1 m/s und 1,5 m/s liegen.

Ablauf über Rinnenstutzen
Die Strömungsgeschwindigkeit soll bei Stutzen zwischen 0,4 m/s und 0,5 m/s liegen.

Ring­ und Sammelleitungen
Die Strömungsgeschwindigkeit soll bei freien Gefälleleitungen zwischen 0,7 m/s und 1,0 m/s liegen. Das von der Überlaufrinne über die Rinnenstutzen zurücklaufende Badewasser wird zum Schwallwasserbehälter geführt. Die Rinnenstutzen werden in die Sammelleitung eingebunden. Dieses Rohrsystem transportiert ein Gemisch aus Wasser und Luft und ist mit mindestens 1 % Gefälle zu verlegen.

Abwasserleitungen
Bei der Ausführung und Verlegung von Abwasserleitungen sind die EU-Norm DIN EN 12056 Teil 1-5, die DIN 1986 Teil 100 und die kommunalen Abwassersatzungen zu beachten. Die Leitungen müssen so ausgeführt werden, dass ein Rückfluss in den Badewasserkreislauf sicher vermieden wird.

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