128 MAGAZIN | 2021 JOURNAL wagen, mit dem im folgenden Jahr der erste Sieg gelang. Die heutige Formel-1-Weltmeisterschaft startete am 13. Mai 1950 mit dem Großen Preis von Großbritannien in Silverstone. Seit dem zweiten Rennen in Monaco nahm Ferrari als einziger Wagen- und Motorenhersteller ununterbrochen in jeder Saison mit einem eigenen Rennteam teil. Autos bestimmten sein Leben. Aber auch bei den Frauen kam seine starke Persönlichkeit gut an. 1923 heiratete er die Tänzerin Laura Dominica Garello, die ihm neun Jahre später einen Sohn schenkte. Alfredo Ferrari, meist kurz Dino genannt, sollte nach dem Willen seines Vaters einmal die Firma übernehmen. Dino engagierte sich stark in der Motorenentwicklung, starb jedoch bereits 1956 an Muskeldystrophie. Ein Schicksalsschlag, von dem sich Enzo Ferrari nie erholte. Nach Dino Ferrari sind ein Dutzend Renn- und Sportwagen und später auch die Rennstrecke von Imola benannt. Gleichzeitig pflegte Enzo Ferrari über lange Jahre ein Verhältnis zu einer Ex-Angestellten: Lina Lardi degli Adelardi gebar ihm 1945 einen zweiten Sohn. Piero Lardi trat zwei Jahrzehnte später ins Unternehmen ein. Aber erst nach dem Tod von Ferraris Ehefrau Laura nahm er den Nachnamen seines Vaters an. Als Vize- Präsident der Ferrari S.p.A. arbeitet er seit 1988 für das Unternehmen. Der Name Ferrari bedeutet immer schon Erfolg und viel Emotion: In Italien genoss Enzo Ferrari spätestens seit den 1950er-Jahren gottähnliche Verehrung. Seine respektvolle Erscheinung begründete sich nicht nur durch seine kräftige Statur und die Größe von 1,85 m. Auch sein Durchsetzungsvermögen gegenüber Angestellten und Lieferanten trug zu seinem Ruf bei. Er war als Kontroll-Freak in der Firma gefürchtet. Die Mitarbeiter nannten nur flüsternd seinen Spitznamen: Il Drago, der Drache. Aber er verstand es, die Angestellten zu Höchstleistungen anzutreiben. Und für Ferrari zu arbeiten, war wie ein Ritterschlag und Leistungsnachweis. Er verstand es immer, die besten Fahrer zu verpflichten und zeigte auch bei Ingenieuren und Konstrukteuren eine glückliche Hand. Die Dominanz der Marke in den 1950er- und 1960er-Jahren begründete sich auch durch das starke Team, das der Commendatore um sich versammelt hatte. Links: das Werkgelände mit der Viale Enzo Ferrari. Mitte: Ferrari Portofino auf einer Messe. Rechts: Supersportwagen FXX K, der in einer limitierten Kleinserie gebaut wurde. Links: Goodwood-Festival of speed: ein Stelldichein der Superlative, bei der Ferrari nicht fehlen darf. Rechts: Michael Schumacher erlebte seine größten Erfolge auf Ferrari. 136 MAGAZIN | 2023
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